Mitchell ist ein Autor, der seine Geschichten gerne faltet, für den die Wirklichkeit nicht von Zeiten und Räumen dominiert wird. Aber diese “Faltungen” sind immer auch Erlebnisfragmente der Protagonisten, die hier verdichtet werden.
Für die Mitchell-Kenner gibt es gleich zu Beginn eine Begegnung mit der “mondgrauen” Katze, die bisher in jedem Buch auftaucht, aber diesmal ist sie tot, die Augen von dicken Fliegen besiedelt. Die Nachricht ist klar: Hier gibt es keine Hilfe, niemand wird kommen, um den Tag zu retten.
Für Mitchell gibt es nie die eine große Erzählung. Seine Arbeit besteht aus unzählig vielen kleinen Details, aus einer Fülle von Geschichten, denen der sinnhafte Zufall als Kitt gilt. Damit kommt er der Wirklichkeit so nahe wie andere Autoren eben nicht. Tatsächlich ist es an der Zeit, den Begriff “mitchellesk” einzuführen, und das bedeutet bei vorliegendem Werk, dass es einen ästhetisch-erhabenen Horror präsentiert, der seinen Schrecken ausbalanciert und der literarisch ohnehin genuin geschildert ist. Deshalb ist Mitchell auch weit weg vom Genre-Kitsch und seinen Gewaltexzessen, aber auch von der klassischen Atmosphäre. Wenn es aus einer Spukgeschichte noch etwas Originelles herauszuholen gab, dann ist es hiermit geschehen. Wenn man, wie Mitchell, eine Geschichte alles sein lässt, dann wird sie einzigartig sein.