Fantasy: Eine Blaupause für die Welt

Geschrieben von Lucy Hounsom

Neben dem Schreiben
von Fantasy-Romanen
arbeitet Lucy als
Buchhändlerin. Sie hat
einen Abschluss im
Kreativen Schreiben.
Die Fantasy hat ihre symbolischen Krallen in uns alle geschlagen. Ihre Ursprünge sind uralt, sie wurzeln in der isländischen Edda und in altenglischen Dichtungen wie Beowulf. Sie ist Shakespeare verpflichtet, den Abenteuererzählungen des 18. Jahrhunderts, der Gotik, der Romantik, dem Mittelalter der Präraffaeliten und dem Fin de siècle. Als eigenständiges Genre trat sie jedoch erst in Erscheinung, als Autoren wie George Macdonald (1824-1905), William Morris (1834-1896) und Lord Dunsany (1878-1957) die phantastische Erzählung populär machten. Zusammen mit einigen anderen Autoren legten sie den Grundstein für die Konzepte der Fantasy, die später von J.R.R. Tolkien zur Epic Fantasy zusammengefügt wurden.

Allein diese kurze Zusammenfassung zeigt, wie tief die Phantasie in der menschlichen Psyche verankert ist, wie sie die menschliche Kreativität antreibt. Es ist eine Urkraft, ein freiwilliges Eintauchen ins Mythische. Wir - und die Geschichten, die wir schreiben - sind von ihren Archetypen, Allegorien und Emotionen geprägt. Was also zieht uns an der Fantasy an? Welcher raue Zauber zwingt uns, in die Fußstapfen der Helden zu treten?

Ich möchte ein Zitat aus George Eliots Klassiker Middlemarch als Ausgangspunkt nehmen, um diese ziemlich große Frage einzuleiten. Sie schreibt dort