In diesem Sinne ist "Unheimliche Gesellschaft" (2004) eine Sammlung von Rätsel- und Horrorgeschichten, ein Band mit sechs Geschichten und einer Schlüsselfrage: "Ist Leben diese kurze Spanne, dieses Nichts zwischen Wiege und Grab?"
Unheimliche Gesellschaft (Carlos Fuentes)
Die Vampirin vom Amazonas
Habt ihr schon einmal von Marie Camille Monfort gehört?
Im Juni 2023 tauchten in den sozialen Netzwerken Bilder einer angeblichen lyrischen Sängerin auf, die Ende des 19. Jahrhunderts gelebt hatte, aus Frankreich eingewandert war und sich in der brasilianischen Stadt Belém do Pará niedergelassen hatte.
Die Geschichte für diejenigen, die sie nicht gelesen haben, lautet wie folgt:
CAMILLE MONFORT, DIE VAMPIRIN DES AMAZONAS
Im Jahr 1896 erlebte Belém durch den weltweiten Kautschukhandel einen Aufschwung, der die Grundbesitzer über Nacht bereicherte. Sie errichteten ihre reichen Paläste mit Materialien aus Europa.
Das Theatro da Paz war das Zentrum des kulturellen Lebens in Amazonien und bot Konzerte europäischer Künstler. Eine von ihnen erregte die besondere Aufmerksamkeit des Publikums: die schöne französische Sängerin Camille Monfort (1869–1896). Sie löste bei den reichen Herren der Region ungezügelte Begierde und bei ihren Frauen grausame Eifersucht aus.

