Spirou (Der Page im roten Kostüm)

Die Figur des Spirou wurde erstmals 1938 von dem Künstler François Robert Velter (besser bekannt unter seinem Pseudonym "Rob-Vel") gezeichnet. In dem phantasievollen ersten Comic läuft Spirou buchstäblich vom Blatt, als er auf eine Stellenanzeige als Page antwortet. (Im Laufe der Zeit wechselte Spirou den Beruf und wurde Reporter, aber seine kultige rote Pagenuniform legte er nie ab.) Velters Comics über Spirou und sein Eichhörnchen Pips konzentrierten sich im Allgemeinen auf alberne Gags und verzichteten auf ernsthafte Dramen. Sie erwiesen sich als recht populär, und der Verlag Dupuis bekundete Interesse, die Comics herauszugeben. Für die damalige Zeit ungewöhnlich, verkaufte Velter die Rechte an den Figuren, so dass seither andere Geschichten für Spirou schreiben und zeichnen konnten - und es auch taten! Bis heute haben sich mehr als 20 Autoren und Künstler daran versucht. Am bekanntesten sind André Franquin (der den Comic von 1947 bis 1969 führte) und das Team Philippe 'Tome' Vandevelde und Jean-Richard.

Die dreizehnte Geschichte (Diane Setterfield)

Im Jahre 2006 war Diane Setterfield eine der meistdiskutierten Autorinnen der Welt, da war ihr Debütroman noch nicht einmal erschienen. Der Grund, warum diese englische Akademikerin für so viel Aufregung sorgte lag an einem Bieterwettstreit, den man sich auf beiden Seiten des großen Teiches zehn Tage lang lieferte, denn jeder wollte “Die dreizehnte Geschichte” unbedingt als erster haben, nachdem das Manuskript bei einem Schreibseminar, bei dem es eigentlich um die Frage ging, wie man es schafft, ein Buch zu veröffentlichen, von dem Autor Jim Crace entdeckt wurde. Dadurch wurden einige Verleger aufmerksam. Schließlich ging das Manuskript für unglaubliche 800.000 Pfund in Großbritannien und für 1 Million Dollar in den USA an die jeweiligen Gewinner. Mehrere Übersetzungsverträge wurden gleich mit unterschrieben und von Anfang an standen die Filmemacher Spalier. Das waren Dimensionen, die man bis dahin nur von Stephen King kannte (einige werden an JK Rowling denken, aber die hatte einen ganz anderen Weg zu gehen).

Natürlich war das für Setterfield, Lehrerin für französische Literatur und Sprache ein enormer Erfolg, denn bis dahin hatte sie nur einige Artikel zur Literaturtheorie in Magazinen veröffentlicht. Allerdings wurde es schnell auch wieder still um die Autorin, die erst sieben Jahre später dem an Poe angelehnten Roman “Aufstieg und Fall des William Bellman” von sich hören ließ. Am 1. Oktober (2020) erscheint mit deutlicher Verzögerung nun ihr dritter Roman von 2018 auch in deutscher Sprache – woran sich das verhaltene Interesse durchaus messen lässt. Das aber liegt nicht an Setterfiled sondern an der schnelllebigen Zeit, in der so viel Müll alle Kanäle verstopft und immer schneller dem Neuen nachgejagt wird, das in den meisten Fällen ohnehin von minderer Qualität ist. So viele großartige Veröffentlichungen wie man vielleicht glauben mag, wenn man die Veröffentlichungsfluten sieht, gibt es nämlich gar nicht. Ganz im Gegenteil nimmt die Masse zwar beständig zu, die Qualität aber seit Jahrzehnten beständig ab.